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BUNDESTAG
Schwarz-Gelb holt Geschlechterungerechtigkeit in Wissenschaft nach vier Jahren doch auf die eigene Agenda
SPD: Union und FDP haben Gleichberechtigung in Wissenschaft und Forschung über Jahre hinweg ausgebremst
zwd Berlin (kl). Nur ein Fünftel der Professuren sind in Deutschland weiblich besetzt, obwohl beinahe jede zweite Promotion auf eine Frau zurückgeht. Um dies zu ändern hatten die Oppositionsparteien bereits vor einem Jahr die Bundesregierung per Antrag aufgefordert, Wissenschaftsbetriebe verbindlich zur Förderung der Geschlechterdemokratie zu verpflichten (‚Frauen in Wissenschaft und Forschung – Mehr Verbindlichkeit für Geschlechtergerechtigkeit’, Drs. 17/9978, 13. Juni 2012). Neun Monate später formulierten die Koalitionsfraktionen im März diesen Jahres einen Antrag mit ähnlichen Forderungen (‚Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung durch kontinuierliche Impulse des Bundes konsequent weiter vorantreiben’, Drs. 17/12845, 19. März 2013), den der Bundestag am 7. Juni mit den Stimmen der Regierungsfraktionen angenommen hat.

Der Oppositionsantrag wurde nach Beschlussvorlage aus dem Bildungsausschuss abgelehnt. Ohne debattiert worden zu sein, gingen die die Stellungnahmen der Bundestagsabgeordneten entsprechend der Tagesordnung direkt zu Protokoll (siehe Bundestagssitzung 244, 7. Juni 2013).

SPD fordert 40-Prozent-Geschlechterquote für Entscheidungspositionen in Wissenschaft und Forschung

Bereits vor einem Jahr habe die SPD-Bundestagsfraktion einen mindestens 40-prozentigen Anteil jedes Geschlechts auf Entscheidungsebenen und in Evaluierungsgremien von Forschungseinrichtungen und Hochschulen eingefordert, kritisierte die bildungspolitische Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, Marianne Schieder, den Beschluss des Bundestages. Auf konkrete verbindliche Rahmenbedingungen wie die Kopplung von Forschungsgeldern an Gleichstellungsstandards oder attraktivere Arbeitsbedingungen für junge Wissenschaftlerinnen hätten SPD, Grüne und Linke lange vor den Regierungsfraktionen beharrt. Diese begnügten sich nun in ihrem Antrag mit der Fortführung bereits existierender Programme und setzen auf Impulse. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit werde Deutschland in Wissenschaft und Forschung jedoch frühestens am Ende dieses Jahrhunderts geschlechterparitätisch besetzt sein, schlussfolgerte Schieder.

„Einen Großteil der intellektuellen Ressourcen unseres Landes lassen wir brachliegen“

Die zuständige bildungspolitische Berichterstatterin der CDU/CSU, Anette Hübinger, untermauerte, ihre Fraktion wolle in der Wissenschaft mit dem Kaskadenmodell dafür sorgen, dass sich ein hoher Frauenanteil von unteren Karrierestufen bis nach oben fortsetze. Ergänzend sollten praxisgerechte Rahmenbedingungen die Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere erleichtern. Die Bündelung dieser Maßnahmen unter einer Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bezeichnete Hübinger als besonders entscheidend für den Erfolg der Gleichstellungsmaßnahmen. Es sei nicht zufriedenstellend, dass Frauen bei Studienabschlüssen Gleichstand und bei Promotionen 44 Prozent erreichten, nach der Promotion im Wissenschaftsbetrieb jedoch kontinuierlich seltener vorzufinden seien, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht. Deswegen habe die Union Vorschläge und Angebote gemacht, wie familienfreundliche Arbeitsbedingungen und planbare Karrierewege realisiert werden könnten.
(06.06.2013)
 
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