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NORDRHEIN-WESTFALEN
Umfrage: LehrerInnen sehen Probleme bei der Umsetzung von Inklusion
  • Jede dritte Lehrkraft beklagt Lehrermangel
  • VBE: „Anforderungen und Ausstattung stehen in keinem gesunden Verhältnis“

  • zwd Dortmund (hr/ticker). 41 Prozent der Lehrkräfte benennen die Umsetzung von Inklusion und Integration als größtes Problem an ihrer Schule. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Erziehung und Wissenschaft (VBE) Nordrhein-Westfalen, für die im November 2016 500 Lehrkräfte in NRW an allgemeinbildenden Schulen befragt wurden. 28 Prozent von ihnen sehen den Lehrermangel als größtes Problem, 17 Prozent das Gebäude und 13 Prozent die Ausstattung.

    12 Prozent der Befragten geben außerdem an, dass die Arbeitsbelastung bzw. der Zeitmangel ihnen zu schaffen macht. Weitere 14 Prozent finden, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden ein Problem ist. Außerdem verweisen 12 Prozent der Lehrkräfte auf die zu großen Klassen. „Die Ergebnisse machen deutlich, Anforderungen und Ausstattung stehen in keinem gesunden Verhältnis. In maroden Schulbauten, mit schlechter Ausstattung und zu wenig Personal soll jedes Kind optimal gefördert werden“, kommentierte der Vorsitzende des VBE NRW, Udo Beckmann, die Zahlen. Die Politik müsse einsehen, „dass das nicht funktionieren kann“, erklärte er.

    15 Prozent der befragten Lehrkräfte hatten „Eltern der Schüler“ als größtes Problem genannt. Der Verband führt dies vor allem auf eine fatale Entwicklung zurück: „Politik formuliert hohe Anforderungen an die Schulen, lässt sie aber bei der notwendigen Ausstattung im Regen stehen. So stellt sich Frust bei Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ein, der sich in erhöhter Gewaltbereitschaft gegenüber Lehrkräften niederschlägt“, so Beckmann. In der ebenfalls vom VBE beauftragten Umfrage zu „Gewalt gegen Lehrkräfte“ hatten 47 Prozent der befragten LehrerInnen angegeben, bereits psychische Gewalt von Eltern erlebt zu haben. Als ein weiteres Ergebnis konstatierte die Umfrage, dass es Probleme mit dem Lernwillen und der Disziplin der SchülerInnen (14 Prozent), Verhaltensauffälligkeiten (10 Prozent) sowie dem Verhalten der SchülerInnen allgemein (5 Prozent) gibt.
    (30.01.2017)
     
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