Pünktlich zur Frauen-Fußball-WM, die am 26. Juni startet, hat die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) die Studie „Hetero, weiß und männlich? Fußball ist viel mehr!“ veröffentlicht. Darin regen die Autorinnen Nina Degele und Caroline Janz eine nach außen kommunizierte Neubewertung des Frauenfußballs durch den Deutschen Fußballbund (DFB) an.
Wenn der DFB Frauenfußball stärker als eine Selbstverständlichkeit behandele, dann könne dies maßgeblich dazu beitragen, Fußballerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung als normal und gleichwertig zu verankern, so die Verfasserinnen der Studie.
Fußballerinnen – häufig als „anders“ wahrgenommen
Die Untersuchung behandelt unter anderem die durch tradierte Weiblichkeitsbilder geprägte Wahrnehmung weiblicher Fußballprofis in der Öffentlichkeit. Werden Frauen in den meisten anderen gesellschaftlichen Bereichen oft als irrational und übermäßig gefühlsbetont dargestellt, so verhält es sich beim Fußball genau anders herum. Fußballerinnen werden in ihrem Spielverhalten von sowohl männlichen als auch weiblichen Beobachtenden als emotionslos und zu technisch kritisiert. Degele bezeichnete dies bei der Präsentation der Studie als „die Karikatur eines Klischees“ von Weiblichkeit. Die gleichzeitige öffentliche Wahrnehmung von Frauenfußball als zu zaghaft und wenig kampflustig schlage sich auch im Verhalten von SchiedsrichterInnen nieder, die Rangeleien und Fouls von Frauen sichtbar schneller bestrafen, als sie dies bei Männern tun. Spielerinnen wiederum müssten sich in ihrem Stil zurücknehmen und „weicher“ spielen, wenn sie nicht mit einem Platzverweis rechnen wollen.
Die Behandlung von Frauenfußball als „anders“ und damit weniger wert schlägt sich besonders deutlich in der Bezahlung der Spielerinnen nieder – männliche Fußballprofis erhalten für einen WM-Sieg eine Prämie von 250.000 Euro, weibliche dagegen nur 60.000 Euro.
Homophobie ersetzt zunehmend Rassismus
Die Studie dokumentiert außerdem, wie Diskriminierungen innerhalb des Sports bei den Geschlechtern unterschiedlich ansetzen: Frauen werden häufiger aufgrund ihres Geschlechts ausgegrenzt, homosexuelle Männern aufgrund ihrer Orientierung. Die Thematisierung männlicher Homosexualität im Fußballsport ist tabu, körperbetonte Freudenkundgebungen unter männlichen Spielern werden nur solange toleriert, wie sichergestellt ist, dass es dabei nicht um Körperlichkeit, sondern einzig um Sport geht. Die Untersuchung konstatiert zudem eine sichtbare Verschiebung rassistischer Diskriminierungen hin zu homophobem und sexistischem Verhalten. So werden rassistische Beleidigungen unter SpielerInnen sehr viel strenger geahndet, als Beschimpfungen homophoben Inhalts.
Vielfalt muss selbstverständlich werden
Um solcherart ausgrenzende Strukturen innerhalb des Fußballsports wirksam bekämpfen zu können, empfehlen die Verfasserinnen der Studie sensibilisierende Aus- und Weiterbildungen für SchiedrichterInnen und TrainerInnen sowie eine kritische Reflektion der eigenen Vorurteile in den Vereinen. Eine Neubewertung durch den DFB, so die Studie, und die damit verbundene positive mediale Aufmerksamkeit könne zu einer „Verselbstverständlichung“ von Frauen, Personen mit Migrationshintergrund und Homosexuellen im Fußball führen. Dadurch, so hoffen die Autorinnen, werden Unterscheidungen nach Geschlecht, sexueller Orientierung und ethnischer Zugehörigkeit in den Hintergrund und die sportlichen Leistungen der Menschen in den Vordergrund treten.
Wenn der DFB Frauenfußball stärker als eine Selbstverständlichkeit behandele, dann könne dies maßgeblich dazu beitragen, Fußballerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung als normal und gleichwertig zu verankern, so die Verfasserinnen der Studie.
Fußballerinnen – häufig als „anders“ wahrgenommen
Die Untersuchung behandelt unter anderem die durch tradierte Weiblichkeitsbilder geprägte Wahrnehmung weiblicher Fußballprofis in der Öffentlichkeit. Werden Frauen in den meisten anderen gesellschaftlichen Bereichen oft als irrational und übermäßig gefühlsbetont dargestellt, so verhält es sich beim Fußball genau anders herum. Fußballerinnen werden in ihrem Spielverhalten von sowohl männlichen als auch weiblichen Beobachtenden als emotionslos und zu technisch kritisiert. Degele bezeichnete dies bei der Präsentation der Studie als „die Karikatur eines Klischees“ von Weiblichkeit. Die gleichzeitige öffentliche Wahrnehmung von Frauenfußball als zu zaghaft und wenig kampflustig schlage sich auch im Verhalten von SchiedsrichterInnen nieder, die Rangeleien und Fouls von Frauen sichtbar schneller bestrafen, als sie dies bei Männern tun. Spielerinnen wiederum müssten sich in ihrem Stil zurücknehmen und „weicher“ spielen, wenn sie nicht mit einem Platzverweis rechnen wollen.
Die Behandlung von Frauenfußball als „anders“ und damit weniger wert schlägt sich besonders deutlich in der Bezahlung der Spielerinnen nieder – männliche Fußballprofis erhalten für einen WM-Sieg eine Prämie von 250.000 Euro, weibliche dagegen nur 60.000 Euro.
Homophobie ersetzt zunehmend Rassismus
Die Studie dokumentiert außerdem, wie Diskriminierungen innerhalb des Sports bei den Geschlechtern unterschiedlich ansetzen: Frauen werden häufiger aufgrund ihres Geschlechts ausgegrenzt, homosexuelle Männern aufgrund ihrer Orientierung. Die Thematisierung männlicher Homosexualität im Fußballsport ist tabu, körperbetonte Freudenkundgebungen unter männlichen Spielern werden nur solange toleriert, wie sichergestellt ist, dass es dabei nicht um Körperlichkeit, sondern einzig um Sport geht. Die Untersuchung konstatiert zudem eine sichtbare Verschiebung rassistischer Diskriminierungen hin zu homophobem und sexistischem Verhalten. So werden rassistische Beleidigungen unter SpielerInnen sehr viel strenger geahndet, als Beschimpfungen homophoben Inhalts.
Vielfalt muss selbstverständlich werden
Um solcherart ausgrenzende Strukturen innerhalb des Fußballsports wirksam bekämpfen zu können, empfehlen die Verfasserinnen der Studie sensibilisierende Aus- und Weiterbildungen für SchiedrichterInnen und TrainerInnen sowie eine kritische Reflektion der eigenen Vorurteile in den Vereinen. Eine Neubewertung durch den DFB, so die Studie, und die damit verbundene positive mediale Aufmerksamkeit könne zu einer „Verselbstverständlichung“ von Frauen, Personen mit Migrationshintergrund und Homosexuellen im Fußball führen. Dadurch, so hoffen die Autorinnen, werden Unterscheidungen nach Geschlecht, sexueller Orientierung und ethnischer Zugehörigkeit in den Hintergrund und die sportlichen Leistungen der Menschen in den Vordergrund treten.